Fossilien aus dem Kambrium

 

Die ältesten sichtbaren Zeugnisse vergangenen Lebens, die in Deutschland zu finden sind, stammen aus dem Erdzeitalter Kambrium. Sie haben somit zum Teil ein Alter von über 500 Mill. Jahren. Zu den frühesten Fossilien aus Gesteinen des norddeutschen Raumes gehören eine Vielzahl unterschiedlicher Spuren, deren Erzeuger der Wissenschaft bis heute nicht alle bekannt sind. "Skolithos" ist eine der wenigen Ausnahmen, die weitgehend erforscht ist. Es handelt sich um Wurmbauten, deren Bewohner ihre schleimverfestigten Röhren in das freie Wasser errichtet hatten. Erst später hatte sich dazwischen das Sediment abgelagert. Im weiteren Verlauf des Kambriums entstanden nach und nach immer neue Tiergruppen, so zB. die Brachiopoden, äußerlich den Muscheln ähnlich aussehend, und die recht bekannten Trilobiten, asselartige Krebstiere.

 

Die ältesten U-Boote der Welt

Orthoceren und Endoceren

zwei wichtige Gruppen früher

Verwandter der heutigen

Tintenfische

 

Tintenfische (Kopffüßer) im weiteren Sinn gehören zum Stamm der Mollusken (Weichtiere), zu denen auch die Muscheln und Schnecken gestellt werden. Sie repräsentieren die höchstentwickelte Klasse innerhalb dieses Stammes. Die Entwicklung begann bereits vor über 500 Mill. Jahren, gegen Ende der Erdzeit-Epoche Kambrium. Ihre erste Blütezeit erfuhren die Kopffüßer schon im Ordovizium, dem Erdzeitalter zwischen etwa 440-500 Mill. Jahren vor heute. Sie brachten zahlreiche Formen hervor, von denen die Orthoceren und Endoceren zwei umfangreiche Gruppen darstellten. Kennzeichnend für sie sind die langgestreckten, gekammerten Wohngehäuse. Die Kammern sind mit einem zentralen Kanal, dem Sipho, miteinander verbunden. Über diesen Kanal konnte ein Gasaustausch zwischen den einzelnen Kammern stattfinden, welcher den Tieren ein Auf- und Abtauchen nach dem U-Boot-Prinzip ermöglichte.




 


Skolithos linearis
Skolithos linearis

Skolithos linearis

ca. 550 Mill. Jahre

Endoceren
Endoceren

Endoceren

ca. 460 Mill. Jahre

Muscheln und Schnecken aus eiszeitlichen Kiesen
Muscheln und Schnecken aus eiszeitlichen Kiesen

Holsteiner Gestein

 

Ein über die Landesgrenzen hinaus bekanntes Lokalgeschiebe ist das Holsteiner Gestein. Das auffällige, von Muscheln und Schnecken durchsetzte Sandgestein, war früher im Raum Ostholstein/Plön häufiger zu finden. Es stellt die verfestigten Sedimente eines flachen Meeres dar. Sie kamen vor etwa 22 Mill. Jahren (Unteres Miozän) zur Ablagerung.

Dentalium badense "Elefantenzahnschnecke" ca, 10 Mill. Jahre
Dentalium badense "Elefantenzahnschnecke" ca, 10 Mill. Jahre

Fossilien im Glimmerton

 

Vor etwa 10 Mill. Jahren, im oberen Miozän, war Schleswig-Holstein zu großen Teilen von einem tieferen Meer bedeckt. In ca. 5o-80 m Wassertiefe kam es zur Ablagerung eines feinkörnigen, glimmerhaltigen Sediments, dem grau-schwarzen Glimmerton. Sauerstoffarme Lebensbedingungen herschten am Grund des Meeres. Die Bodenschichten waren nur dünn besiedelt.  Fossilien treten deshalb meist einzeln und gestreut auf, die Fauna war aber dennoch recht artenreich. Muscheln und Schnecken lassen sich dabei heute des Öfteren finden, mitunter auch Haizähne und die Überreste anderer Meeresbewohner. Sogar nahezu vollständige Skelette von Walen und Delphinen konnten geborgen werden, zu bestaunen derzeit im Naturhistorischen Museum Lübeck.

Zahnwal, Wirbel und Zähne
Zahnwal, Wirbel und Zähne

Zahnwal

Wirbel und Zähne aus dem Glimmerton

Haie und Rochen

im norddeutschen Tiefland?

 

In den Jahrmillonen vor den Eiszeiten war Norddeutschland oft von Meeren mit wechselnden Küstenlinien bedeckt. Es herschte in der Regel deutlich wärmeres Klima als heute. Ideale Lebensbedingungen also auch für Haie und Rochen.

Sandtigerhai, Carcharias gustrowensis  Vierlandium, Untermiozän ca. 22 Mill. Jahre
Sandtigerhai, Carcharias gustrowensis Vierlandium, Untermiozän ca. 22 Mill. Jahre

Haie verfügen über sogenannte Revolvergebisse. Alte und abgenutzte Zähne fallen in regelmäßigen Abständen aus und werden sofort durch neue ersetzt. Einige Arten verlieren im Laufe ihres Lebens Tausende von Zähnen.

Mako-Hai, Cosmopolitodus hastalis, Langenfeldium Obermiozän ca. 10 Mill. Jahre
Mako-Hai, Cosmopolitodus hastalis, Langenfeldium Obermiozän ca. 10 Mill. Jahre

Nach dem Tod der Tiere zersetzte sich das knorpelige Skelett meist vollständig und ist fossil nur selten erhalten. Die Zähne hingegen lagerten sich auf dem Meeresboden zusammen mit Muschel- und Schneckenschalena.

So überrascht es nicht, wenn in Norddeutschlands fossilen Meeresablagerungen und Geschieben immer wieder auch die Zähne vieler Hai- und Rochenarten zu finden sind.

Siebenkiemerhai, Notorynchus primigenius, Hemmoorium Oberes Untermiozän ca. 18 Mill. Jahre
Siebenkiemerhai, Notorynchus primigenius, Hemmoorium Oberes Untermiozän ca. 18 Mill. Jahre

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